18. bis 20.03.2009

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Das erodierende Bankgeheimnis


Andi Gross hört sich in Bern eine surreale Debatte über das endlich erodierende Bankgeheimnis an, wo viel von Offensive, Hellebarde, Marignano und Gegenangriff die Rede ist.

Denis Nordmann am 18. März um 09:45
Gute Unterhaltung - das nennt sich dann wohl Demokratie ;) Hier übrigens auch noch Erheiterndes zum Thema, heute im Tagi: http://krz.ch/972c25

Florian Schmid am 18. März um 09:57
Mich ärgert vor allem die propagandistische Medienberichterstattung auf. Arrogant finde ich es, wenn der Kanton Obwalden in Berlin Pankow - 17 % Arbeitslosigkeit - die Leute die Geld haben, dazu auffordert, dieses in die Schweiz zu bringen. Ist das dann erstaunlich, dass sich Berliner, die die Armut dort kennen darüber ärgern?

Andi Gross am 18. März um 09:57
Es wird jedenfalls mehr als deutlich, dass hier ganz wenige begreifen, was der Schweiz derzeit geschieht, und noch weniger verstehen, warum - Unrecht tut niemand ewig!

Florian Schmid am 18. März um 10:00
Ebenso fehlt die Bereitschaft sich in andere Personen und Verhaltensweisen hineinzuversetzen. Steinbrücks Aussage wäre in Deutschland normaler politischer Alltag wo sich niemand darüber aufregen würde. Er ist einfach direkt. Wir Schweizer sind es nicht. Aber es gehört den Schweizern erklärt, dass andere Leute anders ticken und dass dies per se weder gut noch schlecht ist.

Heinrich von Grünigen am 18. März um 10:13
Am Radio (DRSNEWS auf DAB und Kabel) kann man die Live-Übertragung zwischendurch etwas leiser stellen ...

Andi Gross am 18. März um 10:48
Das wär ein so gute Idee für den NR-Saal: Manchmal versteht man nichts, obwohl man es hören möchte; öfters hört man mehr als man hören willen; manchmal wäre es besser, alles leiser zu stellen!

Dominik Landwehr am 18. März um 11:54
Ich glaube es reicht jetzt mit der Empörung. Steinbrück hat sich öffentlich blamiert, entblösst etc. und unmöglich gemacht. Aber man könnte sich ja auch darüber amüsieren und sagen: War das alles - kommt noch mehr. Nach dem Vergleich mit den Indianern - whats next? Das Ganze kippt nun Richtung Satire und da dürfen wir uns auch mal ein bisschen entspannen. Gruss in den Rats-Saal ...

Andi Gross am 18. März um 12:08
Ich finde vielmehr, wir sollten uns gar nicht empören - wenn schon über die Diktion des SPD-Chefs Münte - sondern uns vielmehr endlich fragen, wie wir unsere Verlassenheit von der Welt selbst erwirkt haben.

Florian Schmid am 18. März um 12:29
Stimme dem zu. Was ist eigentlich an der Aussage Steinbrücks beleidigend? Wir wissen seit Jahren das schmutzige Gelder und Gelder die nicht ehrlich versteuer werden bei uns lagern. Wäre der US- und OECD-Druck nicht da, das Bankgeheimnis wäre noch in 10 Jahren tabu. Also hat ja Steinbrück an und für sich recht. Was ist beleidigend, wenn jemand überspitzt die Wahrheit sagt? Frage - gestern waren auch Duvallier-Gelder Thema. Was machen die eigentlich in der Schweiz, die Bestätigung doch nur die Vorurteile, die die anderen gegenüber uns haben? Übrigens, die SZ beobachtet die Debatte auch: www.sueddeutsche.de

Heinrich von Grünigen am 18. März um 14:35
Der ganze Indianer-Hype wurde je letztlich durch den "Blick" und dessen Interpretation des Steinbrück-Zitates losgetreten. Die Frage ist, wie ernst sowas genommen werden sollte.

Lukas Hartmann am 18. März um 18:09
Du weisst gar nicht, wie schön Du' hast; Du solltest mal - wie ich gestern wieder - an einer Basler Bürgergemeinderats-Sitzung teilnehmen. Man begreift dann besser, warum einer über Nacht die Stadthausfassade vollgekotzt hat ...

Martin Brasil am 19. März um 21:12
Das mit diesen eidgenossen-helebarden-helden ist so ne sache. mir ist gerüechteweise zu ohren gekommen, dass WINKELRIED sagte: «gopfridschtutz, wer hätt mich gschupft?» sorry, für faulen witz in dieser ernsthaften und notwendigen debatte.

Dominik Landwehr am 19. März um 21:17
Mir gefällt die Aussage des Migros-Präsidenten Bolliger zu Lidl: Ich weiss nicht, ob ich dort erwünscht bin - und wo soll ich mein Pferd anbinden ...

Fredi Krebs am 20. März um 14:50
Im oben von Denis Nordmann erwähnten Artikel gibt es eine Passage, die geradezu idealtypische Bedeutung hat. Sie drückt genau das aus, was dieser kleinen Diskussion im Tiefsten zugrunde liegt.
Der Kunde, der Schwarzgeld anlegen will, fragt die Beraterin der CS-Group, ob man denn dieses Geld nicht besser legalisieren sollte. Worauf die Beraterin antwortet: «Es ist nicht meine Sache, was schwarz ist und was nicht! Wir sind da zu tun, was der Kunde will. Steuerneutral oder nicht: Wir machen keinen Unterschied. Nicht vergebens hat die Schweiz so einen guten Ruf!»
Die CS-Beraterin glaubt, dass genau darauf, was den guten Ruf der Schweiz seit Jahrzehnten verdorben und nun endgültig vergiftet hat, eben der gute Ruf der Schweiz gründe.
Es fragt sich also, ob uns der gute Ruf bei der Minderheit der unehrlichen Menschen wichtig ist, oder ob wir dafür sorgen wollen, dass wir bei der überwältigenden Mehrheit der aufrechten Menschen einen guten Ruf haben.
Man möge entscheiden!

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