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20. März 2007
Friedenspost
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Frieden ist der Weg und das Ziel
Kurzinterview für Friedensdorfpost. Von Florian Blumer.
Was bewegte Sie dazu, sich intensiv mit dem Thema Frieden
auseinanderzusetzen?
Ich habe mit meinem Grossvater seit meinem 7. Lebensjahr mindestens einmal
pro Woche über politische und historische Fragen diskutiert. In den 1960er
Jahren standen der Vietnamkrieg aber auch die Erfahrungen meines Grossvaters
während des 2. Weltkrieges immer wieder im Zentrum unserer Diskussionen.
Zudem entwickelte ich schon als Jugendlicher eine hohe Sensibilität für
Fragen der Gerechtigkeit.
Dies alles liess mich schon sehr früh Zeitungen lesen (vor allem den
Auslandteil und den Sport), in der Schule viel diskutieren. Mit 17 trug ich
meinen ersten Knopf mit einer Abstimmungsempfehlung. Schliesslich waren wir
damals gezwungen, unfreiwillig Soldat zu werden, was als «Friedensarbeit»
gerechtfertigt wurde; - während meiner RS konnte ich dann auch zum ersten Mal
stimmen, sinnigerweise über eine Volksinitiative gegen die Ausfuhr von
Schweizer Waffen.
Politisches Engagement hiess für mich damals wie heute Arbeit für den
Frieden. Deshalb trat ich 1974 der SP und den Jusos bei und anfangs der
1980er Jahre fanden wir den Mut, mit einer Volksinitiative die Armee ganz
grundsätzlich in Frage zu stellen. Daraus wurde eine der erfolgreichsten
Niederlagen der schweizerischen Demokratie.
Wie hat sich die Friedensarbeit in der Schweiz seither verändert?
Sie wird heute gesellschaftlich eher respektiert. Gleichzeitig gibt es eine
Art Überangebot. Das macht es für Jugendliche schwierig, vor lauter
Bäumen den Wald zu sehen.
Wie engagiert man sich in der Schweiz im Jahr 2007 am besten für den
Frieden?
In dem man viel liest, nachdenkt, studiert, diskutiert und sich in einer
oder zwei Gruppen organisiert, die ganz konkrete Beiträge leisten und die
einen Erfahrungen machen lassen. Und nie vergessen: Frieden ist der Weg und das Ziel.
Wo wird's in Zukunft ein Engagement für den Frieden aus der Schweiz
brauchen?
Überall dort, wo die Lebenschancen mehr geschmälert werden als bei uns. Vor
allem aber in Afrika und Lateinamerika und zusammen mit der UNO, die am
meisten von der Welt versteht. Entwicklungsarbeitseinsätze sollten in der
Schweiz gleichwertig sein zum Militär- und Zivilschutzdienst.
Kontakt mit
Andreas Gross
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