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7. Nov. 2006
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Die teuerste Initiativkampagne um das Öl Kaliforniens
Die teuerste und spektakulärste Abstimmungskampagne von allen 205
Volksabstimmungen, die am Dienstag in 37 US-Bundesstaaten stattfinden, ist
wie schon so oft in den vergangenen Jahren in Kalifornien zu beobachten.
Nicht weniger als 160 Millionen Dollar (etwa 213 Millionen Schweizer
Franken) - höchstwahrscheinlich weltweit der finanzielle Spitzenwert aller
Zeiten - haben Befürworter und Gegner der Volksinitiative investiert, welche
die Ölförderung Kaliforniens (derzeit noch 255 Millionen Barrel jährlich,
etwas mehr als die Hälfte des Spitzenförderjahres 1985) mit einer Steuer,
je nach Qualität des Öls, von 1,5 bis 6% des Preises pro Barrel (164 Liter)
belasten will. Damit sollen in den kommenden zehn Jahren vier Milliarden
Dollar für die Entwicklung, Verbreitung und bessere Nutzung von
umweltfreundlicheren Alternativenergien bereitgestellt werden.
Fast 100 Millionen Dollar lassen sich die grössten Kalifornischen
Ölproduzenten Chevron, Esso und Shell den Kampf gegen die Belastung der
Ölförderung in Kalifornien kosten, obwohl diese auch in den anderen drei
wichtigen US-Ölstaaten (Alaska, Texas und Louisiana) steuerlich belastet
wird. 90 Prozent der etwa 57 Millionen Dollar, die vorwiegend via TV-Spots
für die Volksinitiative ausgegeben werden, stammt von einem den Demokraten
nahe stehenden New Yorker Grundstückmakler und Hollywood-Produzenten namens
Stephen L. Bing. Diesem gelang es auch, Ex-Präsident Bill Clinton und dessen
in jüngster Zeit vor allem für den Klimaschutz engagierten
Ex-Vizepräsidenten Al Gore für seine Kampagne einzuspannen. Clinton nannte
die Initiative denn auch einen «Selbstläufer» – eine Einschätzung, die etwa
die Hälfte der abstimmungsbereiten Kalifornier nicht zu teilen scheinen.
Sie befürchten, dass die Ölförderer die neue Belastung via höhere
Benzinpreise einfach auf die Autofahrer überwälzen oder auf ausländische
Ölquellen ausweichen, was auch Kalifornien vermehrt vom Öl aus dem Nahen
Osten abhängig machen würde. Der Energiewirtschafter James Sweeny von der
Stanford University meinte wiederum gegenüber der Los Angeles-Times, die
160 Millionen Abstimmungskampagnekosten hätten investiert in die Forschung
über effizientere Energienutzung mehr für die Umwelt bewirkt als durch den
Kampf um das Ja oder Nein der 'Volksinitiative Nummer 87'.
Andreas Gross
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