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05.12.2000
Folien-Vorlagen für einen Vortrag von Andi Gross vor dem Europa-Insitut Basel
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Wo bleibt die europäische Verfassung?
I Die unbekannte Geschichte der Europäischen Verfassungsidee
- Die Kriegserfahrungen und die ursprünglichen Integrationskonzepte (Die erste Relativierung des Nationalstaates und die Erinnerung an CH 1848)
- Die Gründe des Scheiterns Ende der 40er Jahre:
- Die Hegemonie der USA und der UdSSR
- Der Kalte Krieg ohne einen Dritten Weg
- Die Wiedergeburt des/r Nationalismus/en
- Zu wenig bürgernahe Europabewegung der 20er Jahre
- Die Amputation des ER und die Montanunion als Rettung der Integrationsideen durch den Notausgang
II Die grossen Folgen des kleinen Unterschieds zwischen Staatsverträgen mit Verfassungscharakter und einer Verfassung
- Verträge integrieren Staaten, Verfassungen integrieren Bürgerinnen und Bürger
- Verfassungen schaffen und legitimieren politische Macht, Staatsverträge verteilen Zuständigkeiten
III Die Schwierigkeiten und Leistungen eines europäischen Verfassungsgebungsprozess
- Die Verfassung schafft keinen Staat aber eine Polity
- Die gemeinsame Identität (Community als Ersatz für Nation) entsteht im gemeinsamen Handeln
- Vielfalt und Differenzen machen eine gemeinsame Polity nicht unmöglich, jedoch fehlen viele entsprechende Erfahrungen
- Die Legitimierung und damit Stärkung der Politik gegenüber der Ökonomie
- Die Verfassung schafft höhere Integrationskapazitäten
- Klare Positionierung der Staaten im europäischen Entscheidungsprozess, Kompetenz-Trennungen und Zweikammersystem im Parlament (Senat durch Parlament gewählt)
- Überwindung der Kumulation von nationaler Exekutive und transnationaler Legislative
IV Die Leistungen der Direkten Demokratie in einer Europäischen Verfassung
- Je grösser der Raum um so ergänzungsbedürftiger wird die repräsentative Demokratie
- Massive Intensivierung der Diskussionen und Deliberationen schafft auch transnationale Öffentlichkeiten
- Die Kluft zwischen Projekt, Politik und Bürgerlnnen nimmt ab
- Die sozialen und politischen Realitäten werden allen
- Die Legitimität der Entscheidungen, der Politik und der Europäischen Integration nimmt zu
V Die Globalisierung als neuer Motor des Europäischen Verfassungsprozesses
- Die zweite Relativierung s Nationalstaates und die Entmachtung der (nationalen) Demokratie und Politik
- Nicht nur Europa braucht mehr und eine eigene transnationale Demokratie, auch
- Die Demokratie benötigt Europa im Sinne einer zusätzlichen transnationalen Ebene
- Sozialer Ausgleich bedarf demokratischer Voraussetzungen
VI Das Jahr 2000 als Wendepunkt in der Europäischen Verfassungsdiskussion
- Die Erschöpfung des traditionellen Integrationsmechanismus (Methode Monnet)
- Die EMU als Symbol der Differenz zwischen der ökonomischen und der politischen Integrationstiefen mit allen sozialen Konsequenzen
- Grundrechtscharta als potentielle (verbindliche?) Präambel
- Konvent als demokratische Prozessmethode
- Die Notwendigkeit einer klaren Aufgabenteilung (EU/Bund/Länder/Gemeinden) als Antwort auf eine automatische Überzentralisierung
- Keine gemeinsame Sicherheitspolitik ohne gemeinsame Demokratie
VII Die Schwierigkeiten während dem europäischen Verfassungsgebungsprozess
- Die Elitisierung der Demokratie und Politik
- Die Hegemonie einer ökonomistischen Rationalität
- Die Missverständnisse um die Föderalismus-Verständnisse
- Die innere Krise der Demokratie und die resignative Abwendung von der Politik
- Zu viel Freund-Feind-Beziehungen in gegenwärtigen politischen Kulturen macht Kooperation mit Befürwortern einer Verfassung mit unterschiedlichen Inhalten schwierig.
- Europa braucht mehr Bürgerlnnenbewegung, mehr und neue Institutionen und es reicht nicht länger, bloss gegen etwas zu sein.
Andreas Gross
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