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11. Januar 2003
Rechte beim Autor
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Explorative Kunst
Eine Ergänzung zur Ausstellung von Andreas Gross, Nationalrat SP, in Bachs.
Von Pierre Bocion, Stein am Rhein
Grundlage: Vom 1. Juli 1999 bis Ende 2001 entwarf ich jeden Tag eine kleine graphische oder malerische Arbeit auf Papier, Format A6 (13 x 17 cm), die auf schwarzen Karton, Format A4, aufgezogen wurde. Es wurden Bleistift, Kohle, Farbstift, Kugelschreiber, Filzstift, Tusche, Pastell und Mischtechnik verwendet. Täglich wurde ein neues, für mich aktuelles Motiv gewählt und graphisch oder malerisch umgesetzt, wobei abstrakte, surreale oder naive Bilder oder Karikaturen entstanden. Auf den Bildern sind kleine runde Kreise sichtbar. Die jeweiligen Anzahl Kreise symbolisiert den Monat, in dem die Arbeit entstand. Die Kreise vermitteln der ganzen Arbeit eine zusätzliche Dynamik und ein graphisches, bildnerisches Element. Bis Ende 2001 wurden mit der beschriebenen «graphischen und malerischen Bildmethode» 900 Motive visualisiert.
Wirkung: Wird die «graphische und malerische Bildmethode» täglich angewendet, verändert sich nach einigen Wochen der Denkprozess und das Bewusstsein. Was ist passiert? Aus der Transaktionsanalyse ist bekannt, dass dem sogenannten Kindheits-Ich das Phantasie- und Emotionspotential eines Menschen zugeschrieben werden und dem Erwachsenen-Ich die Kapazität des rationalen Denkens. Beide Ichs werden durch den graphischen und malerischen Prozess aktiviert.
Die Hirnforschung hat seit längerer Zeit postuliert, dass die linke Hirnhälfte lineare, verbale, analytische und logische Funktionen (Erwachsennen-Ich) wahrnehme und die rechte, rationale, simultane, ganzheitliche, räumliche, nonverbale, sehr komplexe Operationen (Kindheits-Ich) ausführe. Beide Hirnhälften werden beim Auswählen des jeweiligen Motivs und dessen intellektueller Bearbeitung und Umsetzung in ein abstraktes, surreales oder naives Bild, stimuliert und die Leistungsfähigkeit, auch die künstlerische des Gehirns wird nachhaltig erhöht. Während des kreativen Zeichnens und Malens wird das selbst bestimmte Thema und sein Informationsumfeld kognitiv und reflexiv im Gehirn verinnerlicht und gespeichert. Es entstehen dispositionelle Assoziationen, die immer wieder abgerufen werden können. Der Intelligenzquotient (lQ) und der Emotionale Quotient (EQ) werden erhöht. Die Kommunikationsfähigkeit wird verbessert. Das objektive Denken, getrennt von den eigenen Emotionen, ermöglicht. Diese Befunde wurden in einem Kommunikationskurs in Winterthur im Winter 2001 mit 12 Probanden bestätigt. Eine wissenschaftliche Studie ist in Vorbereitung.
Eine ähnliche Wirkung wie oben beschrieben, wird der musikalischen Früherziehung zugeschrieben. In Freiburg im Breisgau wurde der Einfluss der musikalischen Früherziehung in einer 4 Jahre dauernden Studie auf die intellektuelle Leistungsfähigkeit der Kinder untersucht. Eine bessere Leistung der Probanden mit Musikerziehung i war allerdings erst am Schluss des Versuches messbar.
Explorative Kunst: Ist ein schnelles künstlerisches, schöpferisches Umsetzen von Motiven aus den verschiedensten Wissens- und Erfahrungsgebieten in eine abstrakte, surreale oder naive Form mit den verschiedensten oben genannten Malmitteln. Voraussetzung zu dieser Art von künstlerischem Schaffen ist die Anwendung der oben beschriebenen «graphischen und malerischen Bildmethode» über längere Zeit und das Erarbeiten von eigenen Transformationstechniken, die eine individuelle künstlerische, philosophische Ausdrucksform mit Punkt, Linie, Fläche und Farbe in 4 Dimensionen voraussetzt. Motive unserer Zeit werden künstlerisch exploriert und mit Graphik und oder Malerei verdichtet, vergeistigt und in einer individuellen Bildsprache formuliert und dargestellt.
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