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08. März 2005
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Wir trauern um Eldar Huseynow
Am vergangenen Mittwochabend, den 2.März, ist der Chefredaktor der kritischen azerischen Zeitschrift «Monitor», Eldar Huseynow, in Baku vor seiner Wohnung brutal erschossen worden. Monitor gehört mit Echo und Zerkolo zu den drei kritischen azerischen Zeitungen, die einen Anfang schafften für eine demokratische Öffentlichkeit in diesem immer noch sehr undemokratischen Land. Ich durfte für alle drei Zeitungen immer wieder Interviews geben. So im vergangenen Dezember auch mit Eldar Huseynow für Monitor (zum Gespräch). Dabei hat mich seine Persönlichkeit und seine Ernsthaftigkeit sehr beeindruckt und ich freute mich auf eine gute weitere Zusammenarbeit.
Die Ermordung von Eldar Huseynow ist ein schwerer Rückschlag und eine noch schwerere Hypothek für die Demokratisierung Aserbeidschans. Die Aussichten, dass die Parlamentswahlen im kommenden November 2005 den minimalsten demokratischen Ansprüchen genügen werden, sind dadurch noch dunkler geworden. Eine oder mehrere Fraktionen der Clans an der Macht, welche ihre Privilegien und ihren durch die bald zu eröffnende neue Pipeline noch zunehmenden, aber illegitimen Reichtum verteidigen wollen, möchten mit diesem Mord alle kritischen Journalisten und Bürgerinnen und Bürger einschüchtern. Ebenso alle zukünftigen Politiker, die ihr Mandat im offenen diskursiven demokratischen Wettbewerb und nicht durch Absprachen mit der Macht erreichen wollen.
Dieser Absicht müssen wir uns im Geiste Eldar Heseynows widersetzen. Ich werde im Europarat weiterhin mein Bestes dafür geben. Je mehr dies dort, wo sie tätig sind und handeln, ebenso tun, um so mehr können wir Eldar Huseynow ein Andenken bewahren, das seiner Persönlichkeit und der Aufgabe, die er sich verpflichtet fühlte, gerecht wird.
Ich möchte der Familie und den Angehörigen Eldars mein tiefes Beileid zum Ausdruck bringen.
Andreas Gross
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